Aktuelle Berichte

Frauentag in Iserlohn am 14. März 2026 zum Thema: „Freude, die bleibt“

Freude war an dem Tag gleich spürbar:  So in der Freude, alte Bekanntschaften aufzufrischen. Oder in der Vorfreude auf das Thema. Oder in der Erwartung, dass in der geistlichen Atmosphäre der Obersten Stadtkirche die Seele zur Ruhe kommt und praktische Tipps für den Glauben im Alltag mitgenommen werden können. Gleich zu Beginn setzte die Feiermorgen Band um Dana Tesche ein Statement mit spürbarer, ansteckender Freude beim Singen und Spielen der Lobpreislieder.

Die Stimmung war wie immer positiv gespannt, aber auch entspannt, erwartungsvoll, herzlich. So auch die Moderation von Silvia Jöhring-Langert, die locker durch den Tag führte.

Dennoch lag die Frage in der Luft, wie denn in Zeiten wie diesen überhaupt Freude entstehen, bleiben, wachsen kann?

Mit diesem Spannungsfeld hat sich die Referentin Birgit Schilling in ihrem gleichnamigen Buch auseinandergesetzt und nahm uns gleich hinein in mehrere Grundaussagen, die sich daraus ergeben:

  • Wie erfüllt Gott unsere Herzen mit Freude?
  • Wie kann ich (innerlich) heiler werden?
  • Wie lebendig(er) werden?
  • Wie kann ich dem auf die Spur kommen, wie Gott mich gedacht hat?

Denn die Bibel lässt an vielen Stellen keinen Zweifel daran, dass Gott uns zur und für Freude geschaffen hat. „Gott selber ist voller Freude und will uns damit anstecken.“ Corrie ten Boom

Und Freude schafft nicht nur ein positives Gefühl, sondern erzeugt gleichzeitig psychische und sogar körperliche Gesundheit.

Gleich der Spoiler vorab: Freude definiert sich nicht über Äußerlichkeiten oder Umstände. Freude liegt tiefer, hat andere Ursachen, zeigt sich nicht als ständiges Hochgefühl, ist nicht unbedingt ein ständiges Himmelhochjauchzen und kann trotzdem die Grundmelodie unseres Lebens werden. Denn neben dem Aspekt der Freude als  pure Emotion definiert die Referentin Freude als Grundgefühl der Beziehung zu Gott, als Seinsweise, als Herzenshaltung, die letztlich aus der Verbindung mit Gott wächst.

Nach dem Aufspüren von sogenannten „Freudenräubern“ wie dem Verharren in der Vergangenheit, der allgegenwärtigen Theodizefrage, dem Nicht-Vergeben-Können oder dem Perfektionismus gab sie aber auch praktische Tipps, Freude im Alltag zu „praktizieren“:

  • 30-50 „Duschen der Begeisterung“ am Tag nehmen,
  • dem Raum zu geben, was mein Herz hüpfen lässt,
  • loszulassen – abzuladen,
  • Mitfreude einüben
  • Perspektivwechsel einnehmen
  • Immer wieder am Tag den liebevollen Blick auf Gott werfen (Tersteegen) ….

Am Nachmittag war Raum für verschieden Workshops: Unter Anleitung von Miriam Stern wurden „Ewigkeitsblumen“ gestaltet – eine durchaus herausfordernde Kreativarbeit, die aber für nachhaltige Freude über den Tag hinaus sorgte.

Mit Annelie Rehra konnten Frauen in einer Tanzreise sowohl ihrer Freude als auch ihrer Sehnsucht nach einer Gottesbeziehung durch Tanz und Bewegung Ausdruck verleihen.

Und was „nur“ nach einem Waldspaziergang mit Eva Neumann aussah, entwickelte sich als eine geistliche Erfahrung, die das Thema des Vormittags noch einmal auf ganz besondere Weise vertiefte.

Eine sehr praktische Verdichtung des Themas erlebten die Frauen, die Birgit Schilling in ihrem Workshop besuchten. Die Frage nach dem „Biotop der Freude“ – der Grundlage dessen, wie Freude trotz widriger Umstände ent- oder bestehen kann. Die fünf herausgearbeiteten Punkte sind hier zwar nur angerissen, können uns aber schon im bloßen Durchlesen auf eine Spur für die persönliche Umsetzung im Alltag bringen:

  • Dankbarkeit (positive Psychologie: dankbare Menschen sind die glücklichsten und zufriedensten; Freude ist kein flüchtiges Hochgefühl, sondern eine Entscheidung, eine Praxis des Wahrnehmens und Dankens.)
  • Gegenwärtigkeit und Vertrauen
  • Gelassenheit („mich Jesus lassen“, Phil 4, 11-13)
  • Selbstannahme
  • Freundschaft und christliche Gemeinschaft

Tipps wie Journailling, Rituale im Tagesbeginn und -abschluss, Gebetspraxis, Stillezeiten oder Gemeinschaftsprojekte waren praktisches Handwerkszeug, diese Freude nachhaltig im Alltag umzusetzen.

Abgeschlossen wurde der Tag durch eine Zeit der persönlichen Segnung, die viele Frauen in Anspruch nahmen um innerlich gestärkt nach Hause zu fahren.

Unser Dank gilt an dieser Stelle denen, die nicht in der ersten Reihe stehen, aber unverzichtbar sind: Ohne die zwanzig Mitarbeiterinnen, die planen, aufbauen, dekorieren, die Küche organisieren und mit Herzblut dabei sind, wäre ein solcher Frauentag nicht möglich. Darum ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden!

Herbsttagung zum Thema: „Gebet – wo Himmel und Erde sich berühren,“ vom 31.10. – 2.11. 2025  im Haus Friede,Hattingen

Als ich in diesem Jahr den großen Saal in Haus Friede betrat und von hinten die Stuhlreihen sah musste ich schmunzeln: Auf gefühlt der Mehrzahl der Stühle saßen Personen, die jedoch von hinten so gut wie gar nicht zu erkennen waren, da ihre Körpergröße die Höhe der Rückenlehnen kaum überragte! Es war der wunderbaren Tatsache geschuldet, dass die Einladung zur Herbsttagung wieder etliche Familien angenommen hatten und wir viele Kinder zu unseren Gästen zählen durften! Auch mehrere Jugendliche waren an Bord, aber die waren von hinten schon deutlicher zu erkennen ;-)

Diese familiär-lebendige Atmosphäre berührt mich immer wieder. Entspricht es doch unserem Wunsch – wie es der Referent Bernd Oettinghaus ausdrückte:

„Lehren wir unsere Kinder nicht Gemeindeglieder zu werden – sondern lehren wir sie, als die Auserwählten Christi ihren Platz in ihrem Leben und in dieser Welt zu finden und zukunftsfähig zu gestalten.“

So wurde es während der diesjährigen Tagung deutlich: Gemeinde Jesu wirkt und lebt durch das Miteinander aller Generationen. Wie schön, einen Ansatz davon miterleben zu dürfen. Vor allem während der Segnungszeit am Samstagabend, als reihenweise Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern kamen, um sich persönlich oder auch als Familien segnen zu lassen.

Darüber hinaus wirkt und atmet der Leib Christi in dieser Welt durch das Miteinander von Jesus-Nachfolgern aus allen Nationen – wo auch immer sie leben. Richard Aidoo führt durch seine Tätigkeit als Pastor und Lehrer der internationalen Gemeinde in Düsseldorf Christen aus 60 Nationalitäten in NRW zusammen.

Bernd Oettinghaus, Leiter des Runden Tisch Gebet und Vorsitzender der Initiative „Deutschland singt und klingt e.V.“ berichtete von unterschiedlichen Gebetsveranstaltungen in und für (!) Deutschland: In diesem Sommer kamen z.B. 5500 Christen auf eigene (!) Initiative und Kosten in Berlin zusammen. Sie waren für 4 Tage vor Ort: Menschen mit afrikanischen Wurzeln, um speziell für Deutschland zu beten. Sie erklärten: „Ihr habt als Nation einen hohen Preis gezahlt, um das Evangelium zu uns auf den afrikanischen Kontinent zu bringen. Jetzt bringen wir es euch – voller Dankbarkeit – wieder zurück“.

Beide Referenten sprachen uns mehrfach zu: Gott liebt Deutschland! Betet, damit unser Land in seine Berufung findet. Denn: Jesus liebt Nationen und sieht ihre besonderen Begabungen und Beauftragungen. Innerlich wurde der Wunsch bei Teilnehmenden wach, den größeren Horizont in der Fürbitte zu sehen: Über die Gebete für unsere persönlichen Situationen in Familie, Beruf und Kirchengemeinde hinaus. Während der Segnungszeit am Samstagabend war diese Segnungsbitte zu hören:

„Ich bitte um Segen, um in meiner Kirchengemeinde den Blick auf die größeren Zusammenhänge zu lenken“. Da hatte eine Person geistlich neue Schritte gewagt. Wie gut!

Die Fragen nach ganz praktischen Möglichkeiten für unser Land, die Regierung und Verantwortliche zu beten, beantwortete Bernd Oettinghaus im Workshop am Samstagnachmittag – während Richard Aidoo parallel dazu mit Interessierten über die Ausrichtung  internationaler Gemeinden in Deutschland sprach; andere Teilnehmende sich beim Hörenden Gebet darauf einließen, Erfahrungen zu sammeln im gegenseitigen Hören auf Gottes Stimme und wieder andere im Bibliolog mit Timon Tesche dem Reden Gottes im Leben der hebräischen Hebammen Pua und Shifra (2.Mose 1) und Gottes Ansprache an den noch jungen Samuel nachspürten. (1.Sam.3)

Bernd Oettinghaus hatte eine Skulptur zur Verdeutlichung seines Gedankens mitgebracht:

Gott ist Gemeinschaft, in sich selbst begründet. Und er lädt uns ein, denn Gebet ist Beziehung zum Dreieinigen Gott. Wagen wir den ersten Schritt und die Beziehung wird wachsen.

Gott weiß um alles, was uns in unserem Leben und in dieser Epoche unseres Landes bewegt. Doch Gott hat uns Menschen – nach dem Sündenfall – die Verantwortung für unsere Welt übertragen. Durch Jesus dürfen wir Gott wieder ganz nah kommen – der Vorhang zum Allerheiligsten zerriss und der Weg ist frei. Bernd Oettinghaus zeigte eine Möglichkeit für den Umgang mit dieser Verantwortung für die Welt auf:

Sprechen wir mit Gott über die Nöte und Herausforderungen unserer Zeit, die wir wahrnehmen und bitten ihn um sein Eingreifen! Die Lasten – bildlich gesprochen – in aller Ehrlichkeit und gerne ausführlich beschreiben und in der Mitte der Dreieinigkeit ablegen. Und darum bitten, dass das Reich Gottes an diesen Stellen in der Welt Raum gewinnt! Das soll das Ziel hinter jeder Lösung sein. Überlassen wir IHM dann die Zeit, Art und Weise seines Handelns.

Beiden Referenten war dieser Vers aus Hesekiel 22,30 dazu wichtig: Gott sucht Menschen, die in den Riss treten.

In diesen Tagen wurde Sehnsucht geweckt: Nach einer wachsenden Beziehung zum Dreieinigen Gott und lebendigem persönlichem Austausch mit IHM. Wir wurden ermutigt, dieses kleine Samenkorn zu erkennen und es Gott hinzuhalten.

Richard Aidoo fragte in einem Vortrag: Kannst du beten, wenn du allein bist? Wenn das noch nicht der Fall ist, dann bitte Jesus um Hilfe. Er wird Möglichkeiten finden. Gott hilft dir, dein Potenzial zu entfalten. Jesus liebt und ermutigt dich: Denn ER hat bereits für uns gebetet und tut es noch immer.

Und das bleibt, selbst wenn die Kinder der diesjährigen Tagung irgendwann selbst Eltern sein werden und längst deutlich – von hinten betrachtet – auf den Stühlen zu erkennen sein werden. Beten wir, dass sie ihren Platz auch im geistlichen Sinn einnehmen können.