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Herbsttagung zum Thema: „Gebet – wo Himmel und Erde sich berühren,“ vom 31.10. – 2.11. 2025 im Haus Friede,Hattingen
Als ich in diesem Jahr den großen Saal in Haus Friede betrat und von hinten die Stuhlreihen sah musste ich schmunzeln: Auf gefühlt der Mehrzahl der Stühle saßen Personen, die jedoch von hinten so gut wie gar nicht zu erkennen waren, da ihre Körpergröße die Höhe der Rückenlehnen kaum überragte! Es war der wunderbaren Tatsache geschuldet, dass die Einladung zur Herbsttagung wieder etliche Familien angenommen hatten und wir viele Kinder zu unseren Gästen zählen durften! Auch mehrere Jugendliche waren an Bord, aber die waren von hinten schon deutlicher zu erkennen ;-)
Diese familiär-lebendige Atmosphäre berührt mich immer wieder. Entspricht es doch unserem Wunsch – wie es der Referent Bernd Oettinghaus ausdrückte:
„Lehren wir unsere Kinder nicht Gemeindeglieder zu werden – sondern lehren wir sie, als die Auserwählten Christi ihren Platz in ihrem Leben und in dieser Welt zu finden und zukunftsfähig zu gestalten.“
So wurde es während der diesjährigen Tagung deutlich: Gemeinde Jesu wirkt und lebt durch das Miteinander aller Generationen. Wie schön, einen Ansatz davon miterleben zu dürfen. Vor allem während der Segnungszeit am Samstagabend, als reihenweise Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern kamen, um sich persönlich oder auch als Familien segnen zu lassen.
Darüber hinaus wirkt und atmet der Leib Christi in dieser Welt durch das Miteinander von Jesus-Nachfolgern aus allen Nationen – wo auch immer sie leben. Richard Aidoo führt durch seine Tätigkeit als Pastor und Lehrer der internationalen Gemeinde in Düsseldorf Christen aus 60 Nationalitäten in NRW zusammen.
Bernd Oettinghaus, Leiter des Runden Tisch Gebet und Vorsitzender der Initiative „Deutschland singt und klingt e.V.“ berichtete von unterschiedlichen Gebetsveranstaltungen in und für (!) Deutschland: In diesem Sommer kamen z.B. 5500 Christen auf eigene (!) Initiative und Kosten in Berlin zusammen. Sie waren für 4 Tage vor Ort: Menschen mit afrikanischen Wurzeln, um speziell für Deutschland zu beten. Sie erklärten: „Ihr habt als Nation einen hohen Preis gezahlt, um das Evangelium zu uns auf den afrikanischen Kontinent zu bringen. Jetzt bringen wir es euch – voller Dankbarkeit – wieder zurück“.
Beide Referenten sprachen uns mehrfach zu: Gott liebt Deutschland! Betet, damit unser Land in seine Berufung findet. Denn: Jesus liebt Nationen und sieht ihre besonderen Begabungen und Beauftragungen. Innerlich wurde der Wunsch bei Teilnehmenden wach, den größeren Horizont in der Fürbitte zu sehen: Über die Gebete für unsere persönlichen Situationen in Familie, Beruf und Kirchengemeinde hinaus. Während der Segnungszeit am Samstagabend war diese Segnungsbitte zu hören:
„Ich bitte um Segen, um in meiner Kirchengemeinde den Blick auf die größeren Zusammenhänge zu lenken“. Da hatte eine Person geistlich neue Schritte gewagt. Wie gut!
Die Fragen nach ganz praktischen Möglichkeiten für unser Land, die Regierung und Verantwortliche zu beten, beantwortete Bernd Oettinghaus im Workshop am Samstagnachmittag – während Richard Aidoo parallel dazu mit Interessierten über die Ausrichtung internationaler Gemeinden in Deutschland sprach; andere Teilnehmende sich beim Hörenden Gebet darauf einließen, Erfahrungen zu sammeln im gegenseitigen Hören auf Gottes Stimme und wieder andere im Bibliolog mit Timon Tesche dem Reden Gottes im Leben der hebräischen Hebammen Pua und Shifra (2.Mose 1) und Gottes Ansprache an den noch jungen Samuel nachspürten. (1.Sam.3)
Bernd Oettinghaus hatte eine Skulptur zur Verdeutlichung seines Gedankens mitgebracht:
Gott ist Gemeinschaft, in sich selbst begründet. Und er lädt uns ein, denn Gebet ist Beziehung zum Dreieinigen Gott. Wagen wir den ersten Schritt und die Beziehung wird wachsen.
Gott weiß um alles, was uns in unserem Leben und in dieser Epoche unseres Landes bewegt. Doch Gott hat uns Menschen – nach dem Sündenfall – die Verantwortung für unsere Welt übertragen. Durch Jesus dürfen wir Gott wieder ganz nah kommen – der Vorhang zum Allerheiligsten zerriss und der Weg ist frei. Bernd Oettinghaus zeigte eine Möglichkeit für den Umgang mit dieser Verantwortung für die Welt auf:
Sprechen wir mit Gott über die Nöte und Herausforderungen unserer Zeit, die wir wahrnehmen und bitten ihn um sein Eingreifen! Die Lasten – bildlich gesprochen – in aller Ehrlichkeit und gerne ausführlich beschreiben und in der Mitte der Dreieinigkeit ablegen. Und darum bitten, dass das Reich Gottes an diesen Stellen in der Welt Raum gewinnt! Das soll das Ziel hinter jeder Lösung sein. Überlassen wir IHM dann die Zeit, Art und Weise seines Handelns.
Beiden Referenten war dieser Vers aus Hesekiel 22,30 dazu wichtig: Gott sucht Menschen, die in den Riss treten.
In diesen Tagen wurde Sehnsucht geweckt: Nach einer wachsenden Beziehung zum Dreieinigen Gott und lebendigem persönlichem Austausch mit IHM. Wir wurden ermutigt, dieses kleine Samenkorn zu erkennen und es Gott hinzuhalten.
Richard Aidoo fragte in einem Vortrag: Kannst du beten, wenn du allein bist? Wenn das noch nicht der Fall ist, dann bitte Jesus um Hilfe. Er wird Möglichkeiten finden. Gott hilft dir, dein Potenzial zu entfalten. Jesus liebt und ermutigt dich: Denn ER hat bereits für uns gebetet und tut es noch immer.
Und das bleibt, selbst wenn die Kinder der diesjährigen Tagung irgendwann selbst Eltern sein werden und längst deutlich – von hinten betrachtet – auf den Stühlen zu erkennen sein werden. Beten wir, dass sie ihren Platz auch im geistlichen Sinn einnehmen können.
Festival „Spirit“ im Bochumer Ruhrkongress – vom 26. – 28. 9. 2025
Zum 2. Mal waren wir als GGE aktiv beim Festival der Creativen Kirche Witten dabei – wieder mit workshops zu unseren ureigenen Themen , sowie als Beter und Segner bei den Nachtkirchen Freitag und Samstagabend. Ein eigener Büchertisch im Foyer diente als Anlauf – und Informationsstelle.
Die Themen unsere gut besuchten workshops lauteten:
„Komm Geist Gottes – wie eine Einladung alles verändert“
„Hören auf Gottes Reden.“
„Gnadengaben der Heilung“
Aus Erfahrung wissen wir, dass eine persönliche Segnung Menschen Gottes Wirken spüren lassen kann, deshalb war es uns wichtig, mit vielen Betern und Segnern bei den Nachtkirchen anwesend zu sein. Wieder ließen sich viele Menschen segnen. Udo Schulte moderierte die Abende und Mitarbeiter aus unseren Reihen erzählten, wie sie Gottes Wirken in ihrem Leben erfahren haben. Hier zwei Zeugnisse:
Jutta erfuhr Ermutigung in ihrer Gemeindearbeit:
„ Ich leite in unserer Gemeinde einen Mädchengruppe. Einige der Mädchen kommen sehr regelmäßig. Unsere Gruppenstunde ist ein fester Termin für sie.
Vor einigen Wochen kam Lisa (Namen sind geändert) zu unserem Treffen und brach in Tränen aus. Sie erzählte völlig aufgelöst, dass sie ihre Freundin Maya wie jede Woche abholen wollte um zum Mädchentreff zu gehen. Doch Maya hatte Streit mit ihren Eltern und durfte nicht mitkommen. Lisa war völlig bestürzt über die Atmosphäre, die bei Maya Zuhause herrschte, und dass Maya nicht kommen durfte.
Ich machte den Vorschlag, dass wir zusammen beten. Das taten wir. Alle Mädchen beteten mit, obwohl sie dies vielleicht aus ihrem Alltag nicht kannten. Wir beteten, dass Jesus bei Maya ist und sie trotzdem noch einen schönen Nachmittag hat.
Dann begannen wir unsere Gruppenstunde mit meiner Andacht. Ich war gerade mitten in der biblischen Geschichte, als die Türe aufging und Maya im Türrahmen stand. Die Mädchen sahen sie völlig entgeistert an, als ob sie ein Gespenst wäre.
Maya sagte: „Oh, ich bin etwas zu spät!“ und setzte sich in den Kreis.
Ich brachte meine Andacht zu Ende. Ich weiß nicht mehr, was mein Thema war.
Aber eines weiß ich noch sehr genau: Ich freute mich so sehr, dass Jesus selbst sich an diesem Nachmittag bezeugte hatte. Er hatte das Gebet dieser Mädchen erhört, prompt. Das wird den Mädchen mehr in Erinnerung bleiben, als meine biblische Geschichte.“
Ingrid bekam ein Herzkissen mit Liebesbrief geschenkt:
„Vor 13 Jahren war ich an Krebs erkrankt und musste eine starke Chemotherapie durchstehen. Gott sei Dank bin ich heute gesund! In dieser schweren Zeit stellte es sich heraus, dass es sehr hilfreich und gut war, dass ich vorher eingeübt hatte, meine Gefühle und Gedanken mit Gott zu teilen. Sobald mich Todesangst und Sorgen – besonders um meine fünf Kinder, die damals zwischen vier und dreizehn Jahre alt waren – überfielen, konnte ich ihm mein Inneres hinhalten und von ihm Trost empfangen. Das war beinahe täglich nötig. Und fast jedes Mal bekam ich ein spürbares Zeichen seiner Nähe: ein Bibelvers, ein plötzlicher Gedanke, ein Zuspruch von Glaubensgeschwistern u.v.m.
Doch durch die Frage einer Freundin, bin ich dann aus dem Vertrauen zu Gott gefallen. Sie fragte mich, ob ich wisse, was Gott mir mit dem „Krebs“ sagen wolle. Ich antwortete nicht, aber in mir kam der Gedanke auf: Wenn Gott durch diese Krankheit zu mir sprechen möchte, dann scheint er wohl nicht einverstanden zu sein mit mir – dann ist er gegen mich.
Mit diesem Gedanken riss der Faden. Ich konnte mich Gott nicht mehr anvertrauen. Plötzlich fehlte mir mein geliebtes „Du“ – und Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Ich sprach mit niemandem darüber. In meiner Verzweiflung bat ich Gott schließlich eindringlich, er möge mir zeigen, wie er zu mir steht.
Am folgenden Sonntag im Gottesdienst brachte ich ihm diese Frage erneut – mitten im Lobpreis. Dann begann die Predigt mit den Worten: „Heute will ich darüber sprechen, dass Gott Liebe ist und nichts anderes sein kann…“
Diese Predigt schien eigens für mich gesprochen. In vielen Facetten wurde die Liebe Gottes beschrieben. Nein – Gott ist nicht mein Gegner. Das wurde mir in diesem Moment ganz klar. Tief berührt liefen mir die Tränen über das Gesicht.
Am Ende des Gottesdienstes kam eine Frau auf mich zu und drückte mir ein Herzkissen in die Hand. Sie erzählte, sie habe den Eindruck gehabt, Gott wolle mir seine Liebe zusagen. In der kleinen Tasche des Kissens steckte eine Karte mit den Worten:
„…Gottes Liebe für dich ist grenzenlos!… Ich liebe dich, INGRID, sagt dein Papa!“
Ich war überwältigt von dieser so klaren, liebevollen Antwort Gottes.“
Schulungsseminar zum Thema: „Hörendes Gebet“ vom 11.-12. April 2025 in der ev. Markuskirche in Lüdenscheid
In dieser Gemeinde besteht seit längerem das Angebot geschulter Mitarbeiter, für Gäste zu beten und konkrete Gebetseindrücke an diese weiterzugeben. Im Glauben und Vertrauen darauf, dass unser Gott ein Gott ist, der sich mitteilt und den Dialog mit seinen Menschen sucht. So war es naheliegend, dass durch Initiative der Ehepaare Schlootz und Froidevaux in Kooperation mit der GGE ein Schulungsseminar zum Thema in dieser Kirche stattfand. Als Referenten sprachen die ev. Theologen Manfred und Ursula Schmidt, Buchautoren und bundesweit bekannte Sprecher zu geistlichen Themen.
Mit 50 Teilnehmern , viele aus Lüdenscheid selbst, war das Seminar gut besucht. Die Referenten Ursula und Manfred Schmidt stellten gleich zu Anfang den Gott der Bibel vor, der sich mitteilt und die Kommunikation mit den Menschen sucht. Gott spricht und die Schöpfung entsteht. Er schafft den Menschen zu seinem Gegenüber, um mit ihm zu kommunizieren, ja noch mehr, um mit ihm in Freundschaft zu leben. Gott sprach mit Abraham, wie mit einem Freund und Jesus nannte seine Jünger kurz vor seiner Kreuzigung Freunde.
„Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ Joh 15,14-15 (NGÜ)
In ansprechenden Vorträgen legte das Ehepaar Schmidt die theoretische Grundlage für das Praktizieren des „Hörenden Gebets“ in Kleingruppen. Für jedes Gruppenmitglied wurden in der Stille Gebetseindrücke gesammelt und diese anschließend weitergegeben. Einige Teilnehmer empfingen sehr ermutigende Worte, häufig Bibelverse oder Liedzeilen, manchmal auch Bilder. Es ist immer wieder eine sehr anrührende Erfahrung, wenn man direkt erlebt, wie Gott in eine persönliche Situation hineinspricht – das stärkt unser Vertrauen in einen liebenden und zugewandten Gott.
Fazit aller Teilnehmer am Ende: „Ja, Gott redet heute noch und wir können ihn hören!“
Frauentag am 5. April 2025 in der Obersten Stadtkirche, Iserlohn
Kintsugi? Erstmal auf Wikipedia nachlesen: „Kintsugi (japanisch 金継ぎ „Goldverbindung, -flicken“) ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode, bei der zerbrochene Keramik– oder Porzellanbruchstücke mit Urushi-Lack geklebt, oder fehlende Scherben mit einer in mehreren Schichten aufgetragenen Urushi-Kittmasse ergänzt werden, die häufig mit Gold-, Silber- oder Platinpulver vermischt werden. Anstatt die Schäden zu verstecken, werden sie betont, wodurch das reparierte Objekt eine charakteristische Ästhetik erhält.“
Etwas poetischer drückt es der National Geographic aus: „Wie Adern ziehen sich die goldenen Linien durch die alte Teeschale. Sie sind unregelmäßig und folgen keinem bestimmten Muster, sondern den Rändern der Scherben, die sie miteinander verbinden – und hauchen so zerbrochenen Gegenständen neues Leben ein. Gleichzeitig verleihen sie ihnen ein neues, einzigartiges Erscheinungsbild, das den – vermeintlichen – Makel des Kaputten in den Vordergrund stellt.“
Und schon sind wir mittendrin im Thema des diesjährigen Frauentags:„Die Schönheit im Zerbruch“.
Ca 80 Frauen sind der Einladung gefolgt, aus sehr unterschiedlichen Motivationen: Zum einen liegt natürlich der Reiz im Thema selbst – mit Zerbrüchen, Verletzungen und Narben waren vermutlich alle an irgendeiner Stelle ihres Lebens konfrontiert; zum anderen lockt aber auch die Gemeinschaft, lockt die Erfahrung, dass immer wieder Herzen berührt worden sind und Gottesbegegnungen quasi an der Tagesordnung waren; nicht zuletzt locken auch Lobpreis und Segnung.
Und auch diesmal sollten diese Erwartungen nicht enttäuscht werden. Die Referentin, Katja Zimmerman, die gleichzeitig Sängerin, Autorin und nicht zuletzt Podcast Host ist, nahm uns mit in die besondere Technik des Kintsugi. Ein Bild dafür, wie Gott unsere Wunden nicht nur heilen, sondern zu einem wunderbaren Neuen verarbeiten kann. Die Frage „What if your healing comes through tears? („Was, wenn deine Heilung erst durch Tränen passieren kann?)“ könnte als Leitfrage über dem Tag stehen. Fünf Schritte der Kintsugi Technik zeigen Parallelen zur „Technik“ unserer Heilung:
- Zerbruch – den Scherbenhaufen wahrnehmen, aber nicht dabei stehenbleiben.
- Kleben – ansehen, was kaputt ist, Jesu Blick auf das scheinbar Zerstörte und das wieder Zusammenfügen erlauben. Das Vertrauen, das dieses Hinhalten voraussetzt, kann aus der Gewissheit entstehen, dass Gott Kintsugi Meister ist (noch bevor es diese Technik überhaupt gab).
- Ruhen – für die meisten einer der schwierigsten Schritte. Mithalten mit dem Zeitplan Gottes, Geduld haben und glauben.
- Wiederherstellen – der Lack gibt dem Werkstück wieder Festigkeit (Resilienz) – Gott heilt und wir können uns wieder aufrichten.
- Vergolden – geht noch über die Resilienz hinaus: die Risse und Wunden haben sich in Gold verwandelt und verleihen eine einzigartige Schönheit.
Eine besondere Aufwertung erlebte der Vortrag von Katja Zimmermann durch ihre eigenen Lieder, mit denen sie Inhalte noch einmal eindrucksvoll unterstreichen konnte.