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Festival „Spirit“ im Bochumer Ruhrkongress – vom 26. – 28. 9. 2025

Zum 2. Mal waren wir als GGE aktiv beim Festival der Creativen Kirche Witten dabei – wieder mit workshops zu unseren ureigenen Themen , sowie als Beter und Segner bei den Nachtkirchen Freitag und Samstagabend. Ein eigener Büchertisch im Foyer diente als Anlauf – und Informationsstelle.

Die Themen unsere gut besuchten workshops lauteten:

„Komm Geist Gottes – wie eine Einladung alles verändert“

„Hören auf Gottes Reden.“

„Gnadengaben der Heilung“

Aus Erfahrung wissen wir, dass eine persönliche Segnung  Menschen Gottes Wirken spüren lassen kann, deshalb war es uns wichtig, mit vielen Betern und Segnern bei den Nachtkirchen anwesend zu sein. Wieder ließen sich viele Menschen segnen. Udo Schulte moderierte die Abende und Mitarbeiter aus unseren Reihen erzählten, wie sie Gottes Wirken in ihrem Leben erfahren haben. Hier zwei Zeugnisse:

Jutta erfuhr Ermutigung in ihrer Gemeindearbeit:

„ Ich leite in unserer Gemeinde einen Mädchengruppe. Einige der Mädchen kommen sehr regelmäßig. Unsere Gruppenstunde ist ein fester Termin für sie.

Vor einigen Wochen kam Lisa (Namen sind geändert) zu unserem Treffen und brach in Tränen aus. Sie erzählte völlig aufgelöst, dass sie ihre Freundin Maya wie jede Woche abholen wollte um zum Mädchentreff zu gehen. Doch Maya hatte Streit mit ihren Eltern und durfte nicht mitkommen. Lisa war völlig bestürzt über die Atmosphäre, die bei Maya Zuhause herrschte, und dass Maya nicht kommen durfte.

Ich machte den Vorschlag, dass wir zusammen beten. Das taten wir. Alle Mädchen   beteten mit, obwohl sie dies vielleicht aus ihrem Alltag nicht kannten. Wir beteten, dass Jesus bei Maya ist und sie trotzdem noch einen schönen Nachmittag hat.

Dann begannen wir unsere Gruppenstunde mit meiner Andacht. Ich war gerade mitten in der biblischen Geschichte, als die Türe aufging und Maya im Türrahmen stand. Die Mädchen sahen sie völlig entgeistert an, als ob sie ein Gespenst wäre.

Maya sagte: „Oh, ich bin etwas zu spät!“ und setzte sich in den Kreis.

Ich brachte meine Andacht zu Ende. Ich weiß nicht mehr, was mein Thema war.

Aber eines weiß ich noch sehr genau: Ich freute mich so sehr, dass Jesus selbst sich an diesem Nachmittag bezeugte hatte. Er hatte das Gebet dieser Mädchen erhört, prompt. Das wird den Mädchen mehr in Erinnerung bleiben, als meine biblische Geschichte.“

Ingrid bekam ein Herzkissen mit Liebesbrief geschenkt:

„Vor 13 Jahren war ich an Krebs erkrankt und musste eine starke Chemotherapie durchstehen. Gott sei Dank bin ich heute gesund! In dieser schweren Zeit stellte es sich heraus, dass es sehr hilfreich und gut war, dass ich vorher eingeübt hatte, meine Gefühle und Gedanken mit Gott zu teilen. Sobald mich Todesangst und Sorgen – besonders um meine fünf Kinder, die damals zwischen vier und dreizehn Jahre alt waren – überfielen, konnte ich ihm mein Inneres hinhalten und von ihm Trost empfangen. Das war beinahe täglich nötig. Und fast jedes Mal bekam ich ein spürbares Zeichen seiner Nähe: ein Bibelvers, ein plötzlicher Gedanke, ein Zuspruch von Glaubensgeschwistern u.v.m.

Doch durch die Frage einer Freundin, bin ich dann aus dem Vertrauen zu Gott gefallen. Sie fragte mich, ob ich wisse, was Gott mir mit dem „Krebs“ sagen wolle. Ich antwortete nicht, aber in mir kam der Gedanke auf: Wenn Gott durch diese Krankheit zu mir sprechen möchte, dann scheint er wohl nicht einverstanden zu sein mit mir – dann ist er gegen mich.
Mit diesem Gedanken riss der Faden. Ich konnte mich Gott nicht mehr anvertrauen. Plötzlich fehlte mir mein geliebtes „Du“ – und Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Ich sprach mit niemandem darüber. In meiner Verzweiflung bat ich Gott schließlich eindringlich, er möge mir zeigen, wie er zu mir steht.

Am folgenden Sonntag im Gottesdienst brachte ich ihm diese Frage erneut – mitten im Lobpreis. Dann begann die Predigt mit den Worten: „Heute will ich darüber sprechen, dass Gott Liebe ist und nichts anderes sein kann…“
Diese Predigt schien eigens für mich gesprochen. In vielen Facetten wurde die Liebe Gottes beschrieben. Nein – Gott ist nicht mein Gegner. Das wurde mir in diesem Moment ganz klar. Tief berührt liefen mir die Tränen über das Gesicht.

Am Ende des Gottesdienstes kam eine Frau auf mich zu und drückte mir ein Herzkissen in die Hand. Sie erzählte, sie habe den Eindruck gehabt, Gott wolle mir seine Liebe zusagen. In der kleinen Tasche des Kissens steckte eine Karte mit den Worten:
„…Gottes Liebe für dich ist grenzenlos!… Ich liebe dich, INGRID, sagt dein Papa!“

Ich war überwältigt von dieser so klaren, liebevollen Antwort Gottes.“

Schulungsseminar zum Thema: „Hörendes Gebet“ vom 11.-12. April 2025 in der ev. Markuskirche in Lüdenscheid

In dieser Gemeinde besteht seit längerem das Angebot geschulter Mitarbeiter, für Gäste zu beten und konkrete Gebetseindrücke an diese weiterzugeben. Im Glauben und Vertrauen darauf, dass unser Gott ein Gott ist, der sich mitteilt und den Dialog mit seinen Menschen sucht. So war es naheliegend, dass durch Initiative der Ehepaare Schlootz und Froidevaux in Kooperation mit der GGE ein Schulungsseminar zum Thema in dieser Kirche stattfand. Als Referenten sprachen die ev. Theologen  Manfred und Ursula Schmidt, Buchautoren und bundesweit bekannte Sprecher zu geistlichen Themen.

Mit  50 Teilnehmern , viele aus Lüdenscheid selbst, war das Seminar gut besucht. Die Referenten Ursula und Manfred Schmidt stellten gleich zu Anfang den Gott der Bibel vor, der sich mitteilt und die Kommunikation mit den Menschen sucht. Gott spricht und die Schöpfung entsteht. Er schafft den Menschen zu seinem Gegenüber, um mit ihm zu kommunizieren, ja noch mehr, um mit ihm in Freundschaft zu leben. Gott sprach mit Abraham, wie mit einem Freund und Jesus nannte seine Jünger kurz vor seiner Kreuzigung Freunde.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.Joh 15,14-15 (NGÜ)

In ansprechenden Vorträgen legte das Ehepaar Schmidt die theoretische Grundlage für das Praktizieren des „Hörenden Gebets“ in Kleingruppen. Für jedes Gruppenmitglied wurden in der Stille Gebetseindrücke gesammelt und diese anschließend weitergegeben. Einige Teilnehmer empfingen sehr ermutigende Worte, häufig Bibelverse oder Liedzeilen, manchmal auch Bilder. Es ist immer wieder eine sehr anrührende Erfahrung, wenn man direkt erlebt, wie Gott in eine persönliche Situation hineinspricht – das stärkt unser Vertrauen in einen liebenden und zugewandten Gott.

Fazit aller Teilnehmer am Ende: „Ja, Gott redet heute noch und wir können ihn hören!“

Frauentag am 5. April 2025 in der Obersten Stadtkirche, Iserlohn

Kintsugi? Erstmal auf Wikipedia nachlesen: „Kintsugi (japanisch 金継ぎ „Goldverbindung, -flicken“) ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode, bei der zerbrochene Keramik– oder Porzellanbruchstücke mit Urushi-Lack geklebt, oder fehlende Scherben mit einer in mehreren Schichten aufgetragenen Urushi-Kittmasse ergänzt werden, die häufig mit Gold-, Silber- oder Platinpulver vermischt werden. Anstatt die Schäden zu verstecken, werden sie betont, wodurch das reparierte Objekt eine charakteristische Ästhetik erhält.“

Etwas poetischer drückt es der National Geographic aus: „Wie Adern ziehen sich die goldenen Linien durch die alte Teeschale. Sie sind unregelmäßig und folgen keinem bestimmten Muster, sondern den Rändern der Scherben, die sie miteinander verbinden – und hauchen so zerbrochenen Gegenständen neues Leben ein. Gleichzeitig verleihen sie ihnen ein neues, einzigartiges Erscheinungsbild, das den – vermeintlichen – Makel des Kaputten in den Vordergrund stellt.“

Und schon sind wir mittendrin im Thema des diesjährigen Frauentags:„Die Schönheit im Zerbruch“.

Ca 80 Frauen sind der Einladung gefolgt, aus sehr unterschiedlichen Motivationen: Zum einen liegt natürlich der Reiz im Thema selbst – mit Zerbrüchen, Verletzungen und Narben waren vermutlich alle an irgendeiner Stelle ihres Lebens konfrontiert; zum anderen lockt aber auch die Gemeinschaft, lockt die Erfahrung, dass immer wieder Herzen berührt worden sind und Gottesbegegnungen quasi an der Tagesordnung waren; nicht zuletzt locken auch Lobpreis und Segnung.

Und auch diesmal sollten diese Erwartungen nicht enttäuscht werden. Die Referentin, Katja Zimmerman, die gleichzeitig Sängerin, Autorin und nicht zuletzt Podcast Host ist, nahm uns mit in die besondere Technik des Kintsugi. Ein Bild dafür, wie Gott unsere Wunden nicht nur heilen, sondern zu einem wunderbaren Neuen verarbeiten kann. Die Frage „What if your healing comes through tears? („Was, wenn deine Heilung erst durch Tränen passieren kann?)“ könnte als Leitfrage über dem Tag stehen. Fünf Schritte der Kintsugi Technik zeigen Parallelen zur „Technik“ unserer Heilung:

  1. Zerbruch – den Scherbenhaufen wahrnehmen, aber nicht dabei stehenbleiben.
  2. Kleben –  ansehen, was kaputt ist, Jesu Blick auf das scheinbar Zerstörte und das wieder Zusammenfügen erlauben. Das Vertrauen, das dieses Hinhalten voraussetzt, kann aus der Gewissheit entstehen, dass Gott Kintsugi Meister ist (noch bevor es diese Technik überhaupt gab).
  3. Ruhen –  für die meisten einer der schwierigsten Schritte. Mithalten mit dem Zeitplan Gottes, Geduld haben und glauben.
  4. Wiederherstellen –  der Lack gibt dem Werkstück wieder Festigkeit (Resilienz) – Gott heilt und wir können uns wieder aufrichten.
  5. Vergolden –  geht noch über die Resilienz hinaus: die Risse und Wunden haben sich in Gold verwandelt und verleihen eine einzigartige Schönheit.

Eine besondere Aufwertung erlebte der Vortrag von Katja Zimmermann durch ihre eigenen Lieder, mit denen sie Inhalte noch einmal eindrucksvoll unterstreichen konnte.